Pulse of Europe

Gütersloh

NACH DER EP-WAHL

Europafreunde, Pulsgeberinnen und Pulsgeber!

Bei der Europa-Parlaments-Wahl ist als großer Erfolg der proeuroäischen Bewegung zum einen die hohe Wahlbeteiligung zu nennen; zum anderen, dass die nationalistischen Parteien zwar zugenommen haben, aber weit weniger als zu befürchten war.

Wir sind und bleiben die Mehrheit!

Für alle, die dazu beigetragen haben, unseren herzlichen Dank!

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Seit November 2019 findet bis auf Weiteres

an jedem 1. Montag im Monat

in der Gastatätte "Ellinadiko", Blessenstätte 17, 33330 Gütersloh

ab 18:30 Uhr

der

PoE-Gütersloh-Stammtisch

statt

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Spendenkonto PoE Gütersloh: Taunus Sparkasse

IBAN: DE08 5125 0000 0001 0836 78

BIC: HELADEF1TSK

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Wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an: guetersloh@pulseofeurope.eu

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EUROPÄISCHE GESCHICHTE(N)

An einem Sonntag in Europas Provinz

Rückblende: Am 5.7.2017 standen wir auf dem Theodor-Heuss-Platz in Gütersloh. Die Losung vor der Frankreich-Wahl: Liberté – Egalité – Fraternité. Sie entstammt der Epoche der französischen Frühaufklärung, wurde rund einhundert Jahre später die wichtigste Losung der französischen Revolution. Was bedeutet sie uns heute? — Wofür stehen wir hier und gleichzeitig auf vielen anderen Plätzen in Europa?

Liberté bedeutet vor allem, dass in allen Staaten die Bürger- und Menschrechte garantiert sind und auch tatsächlich wahrgenommen werden können, d.h. Meinungs- und Pressefreiheit besteht, Bürger ihre Regierungen frei wählen und abwählen können, dass das Recht herrscht und nicht die Willkür von Autokraten, oligarchischen Cliquen oder – Achtung! –  die Willkür der Mehrheit; denn auch Mehrheiten dürfen die Rechte von Minderheiten nicht außer Kraft setzen. Dafür stehen wir hier!

Egalité (Gleichheit und Gerechtigkeit) bedeutet vor allem, dass in Europa und in der Welt niemand aufgrund seiner „Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“ darf (Art. 3 Grundgesetz), dass der Schutz von Minderheiten nicht durch Mehrheitsbeschluss aufgehoben werden kann, dass ein fairer Ausgleich zwischen reich und arm, zwischen „Besserverdienenden“ und „Mindestlöhnern“ stattfindet. Dafür stehen wir hier!

Fraternité (Geschwisterlichkeit und Solidarität) bedeutet vor allem, das grundlegende Recht auf Nahrung und Obdach zu gewährleisten, in Not geratenen Menschen Hilfe zu leisten, allen Menschen Teilhabe zu ermöglichen, und bedeutet auch, in Frieden mit den Nachbarvölkern zu leben. Dafür stehen wir hier!

Und wir stehen hier auch für diejenigen, die noch immer oder schon wieder daran gehindert werden, ihre Menschenrechte – wo immer auf der Welt – wahrzunehmen. Für diejenigen, die dafür ihre Freiheit, Gesundheit oder gar ihr Leben riskieren müssen. Wir stehen hier, um alle daran zu erinnern, dass mit der Losung Liberté, Egalité, Fraternité die Aufforderung verbunden ist, die grundlegenden Bürger- und Menschenrechte des vereinten, freien, zivilisierten, demokratischen und solidarischen Europa mit aller Kraft zu verteidigen. Unser Europa.

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Europa ist meine Heimat (Dietrich Mauritz, Rechtsanwalt)

Europa ist meine Heimat. Was für ein Schatz, auf so engem Raum so nah so viele unterschiedliche Kulturen, Landschaften, Menschen, Lebens-, Ernährungsformen und Vieles mehr genießen zu dürfen. Ich ärgere mich über LKW aus allen Ecken Europas, freue mich aber, dass sie in unserem Wirtschaftsraum Ware hin- und herbringen, abgesehen davon, dass wir das verbessernd auf die Schiene bringen müssen. Ich treffe Juristen von Schweden bis Spanien, Griechenland bis Britannien: Wie macht ihr denn das? So entstehen Schritt für Schritt gemeinsame Regelungen unter Beibehaltung eigener Identität und Kultur.

Weihnachten in Europa (Elisabeth Meier, Studienrätin a.D.)

Wenn bei unseren Familienfesten - zuletzt war‘s an Weihnachten - Sassanelli, Mandeln in Vincotto und Cartelate ( ein rosenförmiges Fettgebäck in Feigensirup) vom italienischen Schwager aufgetischt werden; wenn Zsuzsanna nach ungarischer Tradition Szaloncukor-Bonbons an den Tannenbaum hängt; wenn die Nichten aus der Schweiz Mailänderli, Anis-Chräbeli und Nuss-Stängeli anbieten; wenn die griechischen Verwandten köstliche Melomakárona beisteuern und ich den Pumpernickel für die westfälische Quarkspeise – dann, ja dann kann das Fest beginnen – unser wunderbar buntes, europäisches Weihnachtsfest.

Radeln bei den Nachbarn (Friedhelm Reichert, Kirchmeister, ev. Kirchengemeinde Gütersloh)

25 Gütersloher auf Radtour durch Holland. Ohne Kontrollen beim Grenzübertritt - noch immer ein Wunder, frei in ein Land zu reisen, mit dem unsere Väter noch Krieg geführt haben. Fahrradhelme und Pedelecs trugen zur Erheiterung der Einwohner bei – diese Deutschen! Wir verstanden sofort und konnten mitlachen. In Den Haag ein Standbild „Der lange Weg in die Freiheit“: ein voranschreitender Nelson Mandela, 30 Jahre politischer Gefangener und erster farbiger Präsident Südafrikas. Auch der Weg zum friedlich vereinten Europa war lang. Das müssen wir unbedingt bewahren!

Das wiedervereinigte Europa (Dr. Peter Walkenhorst, Historiker, Projektmanager)

In meiner Jugend war Europa geteilt. Der Eiserne Vorhang trennte Ost und West. Für mich endete Europa damals an der Berliner Mauer. Dann geschah, was kaum jemand vorhergesehen hatte: 1989 fiel die Mauer und mit ihr viele Grenzen. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa wuchs zusammen, was zusammen gehörte. Ich lernte Prag, Warschau und Budapest kennen und schätzen. Heute gibt es viele Menschen in Ost und West, die wieder Grenzen errichten und sich abschotten wollen. Für mich wäre das ein großer Verlust an Freiheit und kultureller Vielfalt.

Europäerin in Gütersloh (Barbara Brinkmann, Gesamtschuldirektorin i.R., Vorsitzende des AK Asyl der ev. Kirche Gütersloh)

2007 kehrte ich nach Gütersloh zurück, um im Nachbarort eine Schule zu leiten. Meine Tochter, ebenfalls hier geboren, lebt seit langem mit ihrer Familie in München. Zwei meiner Enkelkinder sehen sich gerade Studienorte an. Nicht wie ich damals den nächstgelegenen, sondern Utrecht, Kopenhagen, Paris, Den Haag. Beneidenswert. Der Europäische Hochschulraum macht‘s seit 20 Jahren leicht. Hier wächst die europäische Generation heran. Weltoffen und heimatverbunden. Im März 2017 habe ich hier in Gütersloh Pulse of Europe initiiert: denn in Gütersloh bin ich als Europäerin sehr gern zu Hause.

Geboren 1901 (Dr. Gerhard Schreier, selbstständiger Berater)

Geboren 1901, erlebte mein Vater: zwei unvorstellbar blutige Weltkriege, Hungerwinter 1916/17, Hyperinflation, Zerstörung der Weimarer Demokratie, NS- und stalinistische Diktatur; musste hilflos erleben, dass Menschen verschwanden; selbst „ausgebombt“, nur das nackte Leben gerettet; Flucht und immer wieder bei Null begonnen; aufgrund all dessen entschiedener Europäer, Demokrat. Die Enkel ermessen heute kaum, wie Zeitzeugen diese Jahrhunderttragödien überlebt haben, denen das vereinte Europa das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels war: Frieden! Erinnern wir uns stets daran.

Mein wertvolles EUROPA (Tine Klose, Lehrerin, Geschwister-Scholl-Schule Gütersloh)

So lange ich denken kann, reise ich durch Europa. Anfangs kann ich mich an lange Wartezeiten an Grenzen erinnern und an nerviges Geld wechseln. Heute ist das unvorstellbar, diese unschätzbare Freiheit genieße ich in Europa. Viele schöne Erinnerungen verbinde ich mit Schüleraustauschen. Diese Erinnerungen prägen und ermutigen mich, auf Menschen (egal aus welcher Kultur) zuzugehen und sie kennen zu lernen. Meine Arbeit an der GSS ermöglicht es mir, meinen Schülern Europa zu zeigen und gemeinsame schöne Erlebnisse im europäischen Ausland zu teilen. Diese Erlebnisse sind so wertvoll! Danke Europa!

Grenzverkehr früher (Silvia Mai, Psychotherapeutin)

Die Eltern fuhren hin und wieder mit uns Dreien nach Holland. Man merkte immer: jetzt passiert etwas Besonderes. Sie wurden einsilbig, Mutter kramte nach Pässen. Auch wir Kinder waren aufgeregt! Von Zöllnern hatte ich im Gottesdienst gehört: Geldeintreiber der römischen Besatzer. Die warteten nun an der Grenze! Doch meist nur ein kurzer Blick, weiter ging’s. Eines Tages war die Spannung besonders groß! Die Eltern wollten holländischen Bohnenkaffee schmuggeln, ein Päckchen unter jedem Pullover. Mein Herz klopfte zum Zerplatzen. Doch alles ging gut. Solche Aufregung, weil in der Nachkriegszeit viele im kleinen Grenzverkehr sparen wollten - da kann man ein Europa der offenen Grenzen von Herzen würdigen.

Come together in Europe (Monika Groß, Lehrerin i.R., Europaschule Geschwister-Scholl Gütersloh)

Schüleraustausche – von der EU geförderte Schulprojekte mit europäischen Partnern – junge Sprachassistenten aus verschiedenen europäischen Ländern – fruchtbare Projektarbeit mit engagierten Lehrkräften – unterstützende Schulleitungen – viele SchülerInnen, die nach Skepsis oder Angst begeistert vom Aufenthalt in netten Gastfamilien, von neuen Kontakten mit Gleichaltrigen berichten – abgebaute Vorurteile – feste persönliche Freundschaften: 20 Jahre als Lehrerin in, mit und für EUROPA unterwegs bleiben für mich eine große Bereicherung. Danke EUROPA!! Let's stay together!

Europa der Jugend! (Rita Tekuelve, Studienrätin a.D.)

Mein Sohn Jan reiste mit Freund Jonas nach Lust und Laune per INTERRAIL kreuz und quer durch Europa, Endziel London. Verständigung kein Problem, Englisch geht fast überall.  Meine Nichte Viola studiert in Frankreich mit einem ERASMUS- Stipendium der EU. Charlene lebte als AU-PAIR (Kinderbetreuung, Haushaltshilfe) nach dem Abitur ein Jahr in einem Dorf in Irland. In der Pfarrgemeinde und im Bowling-Club fand sie neue Freunde. Sie sagt: „Es war sehr aufregend, eine große Herausforderung. Ein Au-pair-Jahr kann ich nur empfehlen. Keine Woche, in der ich nicht über Irland redete oder nachdachte“.

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Pulse of Europe-Team Gütersloh





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