PRESSEMITTEILUNG: Die Bürger Europas feiern den Aufbruch der europäischen Zivilgesellschaft beim Festakt von Pulse of Europe in der Frankfurter Paulskirche und anschließender Kundgebung „Pulse of Europe XXL“ auf dem Römerberg

Am Sonntag, den 10. Juni 2018 kamen am Vormittag über 700 Bürger und Europabegeisterte in der Frankfurter Paulskirche zusammen, um gemeinsam den von der Bürgerbewegung Pulse of Europe initiierten Aufbruch der europäischen Zivilgesellschaft zu feiern. Vor der Kirche, die randvoll besetzt war, versammelten sich Hunderte weitere Mitstreiter auf dem Römerberg, wohin die Veranstaltung seitens Pulse of Europe ebenso wie über Social Media live übertragen wurde. Mit einem zweistündigen Festakt, zudem die Bürgerbewegung gemeinsam mit der Stadt Frankfurt eingeladen hatte, würdigten die

Frankfurter Stadtverordneten auf nahezu einstimmigen Beschluss aller Fraktionen hin das parteiunabhängige Engagement der Bewegung für Demokratie, Zivilcourage und die europäische Einigung. Hier in Frankfurt am Main war Pulse of Europe vor anderthalb Jahren gegründet worden und hat inzwischen Hunderttausende Menschen in ganz Europa auf die  Straßen gebracht und Städtegruppen an zahlreichen deutschen und europäischen Orten entstehen lassen.

„Wir spüren ihn wieder, den gemeinsamen Pulsschlag“, eröffnete Moderatorin Evelin König, die Pulse of Europe in Baden-Baden organisiert. „Es ist großartig, dass wir das hier heute erleben dürfen. Hier hat es begonnen.“ Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen sei es wichtig, ein Zeichen für Europa zu setzen, sagte König. Sie war nicht die einzige Rednerin des Tages, die als wichtigste Besonderheit von Pulse of Europe nannte, dass diese in erster Line eine Bewegung für eine Sache sei und nicht einfach gegen etwas, im Unterschied zu den meisten typischen Protestbewegungen. Gerade das habe König immer besonders an dieser Bewegung angezogen.

„Es ist uns eine Ehre, Sie hier zu haben“, lobte auch Oberbürgermeister Peter Feldmann das kontinuierliche Engagement von Pulse of Europe. Er betonte, es gehe in unserer Zeit um nicht weniger als um ein freies, solidarisches und rechtsstaatliches Europa. Dieses sei „ein gemeinsames Projekt, das mehr will als die Abwesenheit von Krieg. Es ist ein Projekt für alle.“ Der Ort der Veranstaltung war mit Bedacht gewählt, gilt die Paulskirche – „heute Ihre Paulskirche“, wie das Stadtoberhaupt beinahe andächtig anmerkte, – mit der verfassungsgebenden Versammlung von 1848 doch als Geburtsstätte der deutschen Demokratie. Symbolisch steht der Ort damit auch und gerade für den demokratischen neuen Aufbruch der europäischen Zivilgesellschaft, wie ihn Pulse of Europe anstrebt. Aufbruchsstimmung war in der Tat spürbar, als Pulse of Europe-Gründungsmitglied Dr. Hansjörg Schmitt die Gäste begrüßte: „Willkommen, Bürger Europas!“ In einer tief emotionalen Rede rief Schmitt eben diese Bürger dazu auf, sich für die Verteidigung ihrer Demokratie und der europäischen Einigung einzusetzen, der sie 70 Jahre Frieden und Wohlstand verdankten. „Demokratie scheitert nie an den Rändern, sondern an der Gleichgültigkeit der Demokraten“, sagte Schmitt. Pulse of Europe habe gezeigt, dass es Menschen gebe, die Europa und ihre Demokratie nicht einfach nur ertrügen, sondern verteidigten gegen Populismus, Ausgrenzung, Kleinstaaterei und Renationalisierung, ganz wie einst die Delegierten der Paulskirche.

Wie es ist, einen solchen Aufbruch zu wagen, allerdings gegen ein totalitäres System, wusste anschließend die Soziologin Kathrin Mahler Walther zu berichten. Sie gehörte 1989 zu den Mitbegründern der Leipziger Montagsdemonstrationen in der Nikolaikirche, die den Sturz des SED-Regimes und damit die deutsche Wiedervereinigung einleiteten. Sichtlich gerührt erzählte Mahler Walther, wie sie nun zum zweiten Mal erlebe, dass ein demokratischer Neubeginn möglich sei, wenn alle zusammenstünden und sich auf einige grundlegende gemeinsame Ziele einigen könnten, so wie Pulse of Europe. „Dafür braucht es Wut und Mut. Beides gehört zusammen“, sagte Mahler Walther. „Überlassen wir das Wutbürgertum nicht den Gegnern der Demokratie“, so ihr Appell.

Poetry-Slammer Florian Cieslik warb für „Vielfalt“ und rundete das Programm ebenso ab wie etwa die Tanz- und Gesangseinlagen von Fuldaer und Darmstädter Schülerinnen und Schülern. Der Römerberg färbte sich blau, als die Teilnehmer der Kundgebung gemeinsam ein Europabild aus einer Europaflagge und blauen Zetteln stellten. Die Veranstalter übergaben diverse Objekte aus ihren bisherigen Kundgebungen, darunter einen zersägten Schlagbaum, an Vertreter des Historischen Museums Frankfurt am Main, wo sie künftig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das musikalische Programm gestalteten neben vielen anderen die Bands „NYTT“, „Pearls of Europe“, „Das große G“ und „Rise and Shine“ ebenso wie die britische Künstlerin Madeleina Kay, bekannt als „EU Supergirl“. Den mitreißenden musikalischen Höhepunkt der Veranstaltung bildete am Abend der Auftritt von „Cris Cosmo & Band“ mit Liedern wie „Alle in einem Boot“ und „Völkerverständigung“, bevor die Kundgebung um 20.00 Uhr zu den Klängen von „Insieme“ und den traditionellen Menschenketten von Pulse of Europe endete.

Die aktuelle Liste aller Pulse of Europe-Städte, die jeweiligen Veranstaltungsorte und – zeiten sowie Informationen über mögliche Sonderaktionen entnehmen Sie bitte der

Städteliste auf der Website https://pulseofeurope.eu/de/poe-staedte/. Bitte beachten Sie zudem die jeweiligen örtlichen Pressemitteilungen sowie die Ankündigungen in den Social Media.

Die jeweils aktuellen Informationen zur Online-Auktion „Zeich(n)en für Europa“ sowie zu den einzelnen Kunstwerken finden Sie unter https://pulseofeurope.eu/de/drawing-foreurope/, wo noch bis einschließlich zum 15. Juni 2018 direkt geboten werden kann.

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