Impressionen vom Pulse of Europe in Berlin vom 19.02.2017, Teil 2

pulse of europe....

3 Antworten auf „Impressionen vom Pulse of Europe in Berlin vom 19.02.2017, Teil 2“

  1. Es ist nicht die Zeit für Proteste, schreibt Ihr?!
    Meint Ihr das ernst?
    Aber genau die sind dringend nötig.
    Meine Europa-Aktivität war heute: ich habe mir den Film „Europa-Ein Kontinent als Beute“ angeschaut.
    Wenn ich bedenke, dass die EU gerade CETA durchgewinkt hat, gegen den erklärten Willen von Millionen von Bürgern, wenn ich bedenke, dass Zigtausende Konzern- und Wirtschaftslobbyisten bei der EU ein und ausgehen, dass Konzerne Abgeordneten Mitarbeiter stellen, die dann auch noch Gesetze formulieren, wenn ich bedenke, dass wir mitten in einem inzwischen schon längst nicht nur kalten Krieg sind und selbst Deutschland von Atomwaffen träumt und meint, es müsse jetzt einen Rüstungshaushalt wie Russland haben ( das wären nämlich 2% des BIP), dann kann ich mich nicht EU-Fähnchen schwenkend auf einen Platz stellen und den Politikern signalisieren, dass wir ja so positiv auf ihrer Seite stehen und später vielleicht mal ein paar Kritikpünktchen anbringen.
    Dass Europa nach rechts driftet hat exakt mit der unsozialen Politik zu tun, mit der Tatsache, dass linke Regierungen keinen Erfolg haben dürfen, weswegen Griechenland zum Drittweltland runter gespart wird um nicht zu sagen von der Troika kolonisiert, dass die Jugend in den südlichen Ländern praktisch keine Perspektive hat.
    Nein ehrlich, ich hatte gehofft, da käme eine kritische demokratische Bewegung von links endlich auf die Straße und überließe die nicht nur Pegida und Konsorten, doch ich sehe da eigentlich nur ein Wohlfühlprogramm von und für Leute, denen es eigentlich ziemlich gut geht und die nicht gestört werden wollen, -auch nicht in ihren Privilegien (wer kann denn das Erasmus-Programm wahrnehmen, der Jugendliche aus dem Ghetto am Stadtrand?)- von diesem rechten Mob.

    1. Liebe(r) A.F.,
      ich verstehe Sie vollkommen – Ihre Wut über das, was Sie tagtäglich in der Zeitung, im Radio oder im TV erfahren. Und womöglich haben Sie Recht, dass wir (diejenigen, die sich sonntags fähnchenschwenkend hinstellen und f ü r Europa werben) daran nichts werden ändern können. Es ist die bittere Wahrheit, dass Sie Recht haben – Ihre Zustandsschilderung der derzeitigen Verfassung der EU trifft leider den Nagel auf den Kopf!
      Das Nichts-Tun, das passive Hinnehmen und im Schmollwinkel sitzen, wird allerdings auch keine Veränderung bewirken.
      Wir müssen als Bürger aufstehen und durch entsprechende Demonstrationen zeigen, dass wir uns mit den Gegebenheiten in der EU wie sie heute sind, nicht abfinden. Die EU darf nicht mit dem Segen unserer politischen Eliten als neoliberale gigantische Wirtschaftsveranstaltung missverstanden und missbraucht werden, um den wenigen Großkonzernen und ihren Eignern die Möglichkeit zu bieten, persönlichen Reichtum zu scheffeln.

      Das entspricht nicht der Grundidee der Europäischen Gemeinschaft wie sie die Gründungsväter 1957 vor Augen hatten, nämlich Frieden, Freiheit, Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Einigkeit und Solidarität in einer Gemeinschaft von Staaten. Sie hatten das schreckliche Grauen, die Not und die Zerstörung noch miterlebt, die die einseitige nationale Interessenverfolgung über Europa gebracht hat.
      Wenn wir am Sonntag demonstrieren, dann ausschließlich f ü r
      ein Europa, das a l l e n dort lebenden Menschen gleichermaßen Frieden, Wohlstand, Freiheit und ein menschenwürdiges Dasein sichert. Wir sind uns dabei bewusst, dass wir davon derzeit in der EU noch meilenweit entfernt sind. Aber unser Anliegen beim Demonstrieren ist es eben nicht, den Status Quo der EU unwidersprochen hinzunehmen, sondern eine EU im Sinne der ursprünglichen Gründeridee zu erhalten, weiter zu entwickeln und irgendwann zu vervollkommnen.
      Liebe Grüße

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